Auszug des Artikels aus Heft 3/2002 . (die vollständigen Artikel gibt es auf der MW-Homepage)

Flash 5 auf hoher See (1. Teil)
Im Internet ein Erfolg: Seit das Flash-Plug-in bei fast jedem Browser dabei ist, findet man die kleinen und handlichen Animationen auf vielen Hundert Internet-Seiten. Mit unserem mehrteiligen Kreativ wird man schon bald vom Maat zum Käptn auf dem Flash-Schiff!
Text und Illustration von Thomas Thü Hürlimann
Einstieg in Flash
In drei Folgen zeigen wir
Schritt für Schritt für Anfänger, zuerst wie
man den Kapitän
(http://www.ecliptic.ch example) zeichnet, dann im zweiten Teil wie man ihn animiert und schliesslich im dritten Teil wie man Audio hinzufügt und das Ganze ins Web integriert. Wir beginnen mit
dem Zeichnen der Grundkonstruktion in Flash, was
für Laien fast so gewöhnungsbedürftig sein dürfte
wie für Kenner von Illustrator und Freehand.
Was ist FLASH? Filme vom Internet herunterzuladen ist eine
träge Angelegenheit, selbst wenn man mit einer schnellen Kabel oder Standleitung gesegnet ist. 24 Bilder pro Sekunde braucht das
Auge für einen fließenden Bewegungsablauf.
Für kleinere Filme auf dem Computer tun es
10 Bilder pro Sekunde, doch selbst damit werden die Filmdokumente auch mit kompakter
Komprimierung sehr groß. Zumindest für Animationsfilme bietet sich mit dem Flash-Format eine Lösung an. Flash ist vektororientiert, das bedeutet dass in Filmdokumenten nur
die Eck- und Verbindungspunkte von Flächen
und Linien, sowie die Strichdicke und die zu
gehörige Farbmischung gespeichert wird. Damit entsteht ein Dokument, das sehr viel kleiner ist als bei einer pixelorientierten Bild-
oder Filmdatei.
Der erste Strich auf der leeren Bühne
IN FLASH 5 erstellen
Sie im Menu „Datei“ mit
dem Befehl „Neu“ ein
neues Dokument. Aktivieren Sie das Stiftwerkzeug und machen mit je
einem Mausklick zwei
Punkte auf der leeren
Bühne (vergleiche Bild
oben). Die so entstandene Linie mit Anfangs
und Endpunkt nennt
man einen Pfad.
Linien vervollständigen
MIT EINEM WEITEREN PUNKT weiter oben, machen Sie ebenfalls
mit gedrückt gehaltener Maustaste einen zweiten Bogen in den Pfad.
Wenn die Rundung unserem Bild entspricht lassen Sie die Maustaste los. Dann vervollständigen Sie den Pfad mit einem Klick auf den
Anfangspunkt des Pfades. Dabei muss das Stiftwerkzeugsymbol einen kleinen Kreis anzeigen, das bedeutet dass Sie den
Mauszeiger über den Anfangspunkt eines Pfades setzen
und mit einem Klick hier den Pfad schliessen können.
TIPP: Links unten in der Bühne hat Makromedia ein Menü eingebaut, mit dem Sie
schnell die Vergrößerung der
Bühne ändern können.

Rund statt gerade
MACHEN SIE OBERHALB einen dritten
Punkt, aber halten Sie dabei die Maustaste gedrückt. Wenn Sie nun den Stift vom Punkt weg
ziehen ändert sich die zuerst gerade Linie und
wird gerundet, entsprechend der Position der
neu entstandenen Rundungsanker. Solange die
ser Punkt des Pfades aktiviert ist, ist der zugehörige Rundungsanker zu sehen und kann verschoben werden, womit sich die Rundung des
Pfades ändert. Aktivieren und verschieben können Sie die Punkte des Pfades, indem Sie bei
Verwendung des
Stiftwerkzeugs die
Befehlstaste gedrückt halten.
Pfad füllen
DER GESCHLOSSENE PFAD sollte jetzt
der rechts gezeigten Form entsprechen.
Falls das nicht der Fall ist, ändern Sie die
Position der Punkte und Rundungsanker,
bis die Form stimmt. Dazu halten Sie bei
aktiviertem Stiftwerkzeug die Befehlstaste gedrückt und wählen mit der Maus
Punkt aus, oder verschieben sie, wobei
sich der Cursuh in einen weißen Pfeil verwandelt. Um die Fläche des geschlossenen
Pfades zu füllen, wählen Sie in der langen
Palette unter den Werkzeugen, mit einem
Klick auf das untere Farbfeld, als Füllfarbe ein dunkles Blau. Dann aktivieren Sie
das Werkzeug „Farbeimer“ und klicken
innerhalb des Pfades. Falls der Pfad beim
schliessen schon automatish gefüllt wurde, ändert sich auf diese Weise die Farbe.
Die Hutkrempe
MACHEN SIE mit dem Stiftwerkzeug etwas
daneben eine zweite Form. Wiederum machen
Sie Eckpunkte mit einem einfachen Klick und
Rundungspunkte bei gehaltener Maustaste,
die dann verschoben wird bis der Pfad die gewünschte Rundung hat, lassen die Maus los
und klicken zum Schliessen des Pfades erneut
auf Ausgangspunkt. Füllen Sie die Form mit
dem kreisförmigen
Blau-Schwarz-Verlauf. Zum Füllen
verwenden Sie
wieder das Werk
zeug „Farbeimer“.
Eine Vereinigung...
MIT DEM WERKZEUG „Unterauswahl“ packen Sie die neue Fläche an einer Linie (nicht
an einem Punkt) und schieben sie auf die andere Fläche, wie es das Bild unten zeigt. Aber
Achtung: Sobald Sie die Maustaste loslassen,
verschmilzt Flash die beiden Flächen. Falls die
Positionierung nicht ihren Wünschen entspricht, machen Sie den Arbeitsschritt rückgängig (Menü „Bearbeiten > Rückgängig“)
und versuchen es erneut. Falls Sie feststellen,
dass die zweite Fläche im Verhältnis zur ersten
zu klein oder zu groß ist, können Sie mit dem
gleichen Werkzeug die Pfadpunkte verschieben, bevor Sie die beiden Flächen vereinen.
...aus zwei Elementen
SIE WERDEN FESTSTELLEN, dass bei der
Verschmelzung der beiden Flächen die Linien
der ersten Fläche noch zu sehen sind. Um sie
zu eliminieren, aktivieren Sie sie zuerst mit
dem Pfeilwerkzeug und drücken dann einmal
die Löschtaste, um sie zu entfernen. Fertig ist
der Hut von unserem Kapitän!
Damit sich die folgenden Flächen nicht ebenfalls automatisch mit dem Hut verschmelzen,
müssen Sie den Hut zu einer Gruppe zu
sammenfassen. Zuerst aktivieren Sie dazu alle Teile mit einem Auswahlrechteck um den
Hut (Werkzeug: Pfeil) und wählen dann den
Befehl „Modifizieren > Gruppieren“.
Der richtige Proporz
UM MEHR PLATZ auf der Bühne zu schaffen, verkleinern Sie den
Hut. Wählen Sie die Gruppe aus und klicken Sie dann in den Werkzeugoptionen (in Werkzeugpalette ganz unten) auf das Symbol „Skalieren“. Nun können
Sie den Hut an einem
Eckpunkt anfassen
um ihn proportional
zu verkleinern.
TIPP: Falls Sie beim Verschieben der Punkte ver
ärgert feststellen, dass die Punkte zu weit
wegspringen, liegt das an einem unsichtbaren
Raster. Die Ausrichtung können Sie im Menu
„Ansicht“ abschalten.

Das Gesicht unter dem Hut
ERNEUT BEDIENEN WIR uns des Stiftwerkzeugs um abseits des Hutes
diese Form auf der Bühne zu zeichnen. Diese füllen Sie mit einem Hautton aus der Farbpalette.
Mit dem Ellipsenwerkzeug machen Sie den Kreis eines Auges. Füllen Sie
dieses Schwarz. Falls Ihnen die Positionierung innerhalb des Kopfes
schwerfällt, zeichnen Sie das Auge ausserhalb und plazieren es mit dem
Werkzeug „Unterauswahl“.
Das rechte Auge mit dem Monokel zeichnen Sie auf
die gleiche Weise. Zuerst das Monokel als Kreis mit
weisser Fläche, dann das Auge, das auch etwas grösser sein darf als das linke, da es so durch das Monokel vergrössert erscheint.
Linien bilden das Monokel
DA MONOKEL typischerweise mit einem Kettchen getragen werden, ziehen Sie mit dem Freihandwerkzeug dafür eine Linie. Gruppieren Sie
nun den Kopf mit den Augen wie zuvor erläutert.
TIPP: Falls Sie statt schwarzer durchgehender Linien etwas gekräuselte oder gestrichelte Linien
erhalten beziehungsweise in den Flächen Verläufe statt einfarbiger Bereiche, müssen Sie die
Voreinstellungen für Linien und Flächen in den
jeweiligen Paletten ändern (Menu „Fenster >
Bedienfelder“).
Formen duplizieren
DIE FORM DES SCHNAUZERS erstellen Sie
aus zwei Eckund drei Rundungspunkten und
füllen sie grau. Gruppieren Sie diese Form an
schließend.
Duplizieren Sie den Schnauzer („Bearbeiten >Duplizieren“) und ziehen
ihn mit dem Skalierungswerkzeug an
dem mittleren Punkt links aussen nach
rechts, so dass eine Spiegelung entsteht.
Eine weitere Objektgruppe
ZIEHEN SIE die beiden Teile des Schnauzers
an die richtige Position auf dem Kopf. Wählen
Sie anschließend den gesamten Kopf aus und
fassen Sie ihn zu einer Gruppe zusammen.
Der richtige Platz auf der Bühne
ÜBER DER BÜHNE finden Sie die Zeitleiste.
Nach einem Doppelklick
auf die Bezeichnung „Ebene 1“ tippen Sie dort den
neuen Namen „Kopf“ ein.
Mit einem Klick auf das im
Bild oben rot markierte
Symbol, können Sie eine
neue Ebene in die Zeitleis
te einfügen. Benennen Sie
diese Ebene „Mund“.
Fertig ist das Gesicht
DEN GRUPPIERTEN Kopf verschieben Sie auf den Hut wie abgebildet. Falls der Kopf in
der Grösse angepasst
werden muss skalieren Sie wie unter 8.
erläutert. Dann verlegen Sie den Kopf
hinter den Hut
(Menu „Modifizieren > Anordnen
> Nach hinten“).
Wie Sie bereits erahnen, erstellen wir einen etwas vereinfachten Kapitän, da eine präzise Anleitung für sämtliche Details den Rahmen dieses Kreativs sprengen würde. Im nächsten
Teil werden wir die noch fehlenden Elemente des Kopfes,
Mund und Bart, zeichnen, die Möglichkeiten der Ebenen er
läutern und Animationsfunktionen anwenden.
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