Auszug des Artikels aus Heft 9/2004 . (den vollständigen Artikel gibt es auf der MW-Homepage)

Surroundsound für (fast) jeden Mac
Ein Film von der DVD kommt an einem Mac mit TFT Flachbildschirm einfach schöner daher als an einem noch so grossen Röhren-TV –und wozu extra nochmal ein TV-Display kaufen wenn man mit dem iMac schon eines besitzt? Aber wie bekommt man aus einem Mac den passenden 5.1-Kanal Surroundsound?
Von Thomas Thü Hürlimann (unredigierte, unkorrigierte Version)
Erst seit OSX Panther liefert Apple einen DVDPlayer der codiertes Dolby Digital oder DTS ausgeben kann. Das war in etwa zeitgleich mit dem G5 Desktop-Mac der als einziger bereits den notwendigen Ausgang hat um etwa 6 Lautsprecher in Surroundsound-Bewegung zu bringen. Aber um Dolby Digital 5.1 Surroundsound hören zu können muss man nicht unbedingt den neusten Mac besitzen und auch für Modelle die keine PCI-Slots besitzen gibt es eine Lösung.
Surround mit dem G5
Der einzige Mac der von Haus aus über den notwendigen Audioausgang verfügt ist der G5. Hier ist mit dem vorinstallierten Panther auch schon der richtige DVDPlayer vorhanden und man braucht nur noch den Verstärker und die Lautsprecher anzuschliessen. (Foto G5 optischer Anschluss, Screen Ton-systemeinstellung)
Doch auch hier gibt es etwas zu beachten: Der Audio-Ausgang des G5 ist optisch digital. Das bedeutet wenn man einen Verstärker hat der keinen Digitaleingang mit Dolby Digital decoder hat kommt man trotz G5 nur mit Umwegen zum Heimtheater. Fast alle derzeit angebotenen Standalone-Verstärker sind dafür ausgerüstet, doch auf dem Markt für TV-Heimtheater-Sets mit integriertem Verstärker ist das noch keine Selbstverständlichkeit. Dies hat sich gerade bei unserem Test-Aufbau mit dem Boxenset Concept E Magnum von Teufel gezeigt. Dieses Set hat nur analoge Chinch-Eingänge wie sie idealerweise genügen wenn man eine PC-Surroundsound-Karte verwendet. Doch zusammen mit dem G5 erweist sich das als Mängel, so mussten wir den Standalone-Decoder DDTS-100 von Creative dazwischen hängen um das Boxenset mit dem Digital-Ausgang des G5 nutzen zu können.
Eine andere Lösung wäre auf den digitalen Ausgang zu verzichten und stattdessen via USB oder PCI-Karte die Audio-Daten auszugeben. Besser gerüstet ist man da mit einem Boxenset wie dem Logitech Z-680 dessen integrierter Verstärker einen digitalen Eingang und die nötigen Decoder beinhaltet.
Creative DDTS-100 (Foto)
Das DDTS-100 ist ein Standalone Dolby Digital, DTS Decoder mit fast allen nur denkbaren Anschlüssen ausser USB. Er wird per mitgeliefertem Transformator mit Strom versorgt und per Digital oder Chinchstecker an ein Wiedergabegerät angeschlossen. Der DDTS reagiert sobald ein digitales Signal hereinkommt und erkennt ob es sich um Dolby Digital, DTS oder ein anderes Signal handelt. Es ist keine Software-Installation nötig da alle Einstellungen am Gerät selbst oder per Fernbedienung vorgenommen werden können. Einsatz findet es überall da wo kein decoder vorhanden ist und/oder wenn nur eines der Geräte über digitale Ein- bzw. Ausgänge verfügt, also zum Beispiel wenn ein G5 mit einem Verstärker zusammenarbeiten soll der nur analoge Inputs besitzt und folglich auch keinen Decoder.
m-Audio Sonica Theater (Foto)
Dieses Gerät haben wir uns am ausführlichsten angesehen denn es scheint von allen Lösungen die Flexibelste zu sein. Es funktioniert zusammen mit jedem USB-Mac ab G3 Prozessor. Mitgeliefert wird ein USB Kabel. Für den Anschluss an einen Verstärker mit Chinch-Eingängen werden entsprechende Klinken zu (Stereo) Chinch-Kabel benötigt, für die 5.1-Wiedergabe benötigt es drei solche Kabel. Nebst Mikrofon-Eingang wird das Gerät nur via USB mit Audio-Signalen versorgt und auch mit Strom. Nach der Installation und einem Neustart steht Sonica Theater in den Ton-Systemeinstellungen zur Auswahl und ein separates Programm steuert die Einstellungen des Gerätes. Hier kann die Art der Wiedergabe eingestellt werden (Mono, Stereo, 4.1, 5.1, 7.1 usw) sowie die Lautstärke der einzelnen Lautsprecher. (2 Screenshots Sonica Theater Kontrollprogramm)
Es zeigten sich Probleme mit den Testtönen die sich nur zum Teil aktivieren und abspielen liessen und das Setting sprang bei erneutem Öffnen des Programmes immer wieder auf Stereo zurück. Erst die Installation einer neueren Version 1.5.7 von der m-Audio-Homepage löste diese Probleme.
Auf einem G4 Desktop Mac mit 466 MHz (aufgerüstet mit Digital Bildschirm-Karte und Apple 23” Display) waren keine Performance Probleme beim Abspielen der Filme bemerkbar. Etwas anders dann die Erfahrung auf dem 17” iMac mit 800 MHz. Sobald die Tonausgabe auf das Sonica umgestellt wird und einige bestimmte Applikationen wie der Browser oder File-Maker Pro offen sind erkennt man ein leichtes flickern. Ist dazu noch das Modem beschäftigt wird daraus ein starkes stottern. Es genügt aber die Applikationen zu beenden um wieder einen flüssigen Filmverlauf zu erhalten.
Der Grund für die hohe Prozessorbelastung ist rasch gefunden: Entgegen unserer Erwartungen besitzt Sonica Theater keinen Hardware Decoder für DTS oder Dolby Digital, tatsächlich werden nur 2 Kanäle über den USB Bus übertragen. Die SRS Circle-Surround Funktion der Treibersoftware decodiert das vom DVDPlayer erhaltene Signal in ein 2-Kanal-Signal um (ähnlich Dolby Pro Logic) aus welchem die Sonica Theater Hardware die Informationen für bis zu 8 Surround-Kanäle separiert und an die jeweiligen Ausgänge leitet. Das Resultat mit Dolby Digital 5.1 ist recht gelungen kann aber natürlich nicht mit echter “Diskret” 5.1 Wiedergabe mithalten. Mit diesem Rechenaufwand steigt denn auch die vom Hersteller angegebene Minimal-Anforderung sobald SRS Circle Surround im Einsatz ist braucht es einen G4 mit 800 MHz, ohne die Verwendung von SRS, also im Stereobetrieb, genügt schon ein G3.
Mit der Installation der Sonica-Software hat auf dem iMac ab und an eine Art von Systemabsturz Einzug gehalten die es dort zuvor nicht gab. Ein anderes manchmal auftauchendes Problem war das Abbrechen des regulären Filmtons mit einem schrillen Knacken an seiner Stelle was jeweils behoben werden konnte indem die Sonica-Software aufgestartet wurde.
Nachdem man dahinter gekommen ist dass Sonica Thater in Wirklichkeit per USB mit nur 2 Kanälen gespiesen wird muss man zugeben dass das Ergebnis verblüfft. Es ärgert jedoch dass die Produkt-Beschreibungen diese Tatsache nicht klar genug kommunizieren, denn wer zuhause 6 Lautsprecher stehen hat der will auch wirklich den vollen 5.1 Surround-Genuss und nicht nur eine Annäherung daran.
Sonica Theater kann auch als USB zu Koaxial Adapter verwendet werden wenn im Programm-Menü die Einstellung “Digital” gewählt wird. Damit erhält man eine echte 5.1 Kanal Surround Wiedergabe, jedoch braucht es dazu auch einen Verstärker bzw. ein Boxenset mit Koaxial Digital-Eingang und Dolby Digital-Decoder.
m-Audio Revolution 7.1 (Foto)
Dies ist die einzige derzeit erhältliche PCI Audio-Karte für den Mac die speziell für DVD-Playback und Gameplay konzipiert ist und entsprechend beworben wird. Deshalb überrascht es umso mehr dass sie den gleichen Beschränkungen unterliegt wie das Sonica Theater. Auch die Revolution besitzt keinen Hardware Dolby Digital Decoder, deshalb erzeugt sie aus codiertem DVD-Ton ebenfalls nur einen Pseudo-Surroundsound indem in Dolby Pro Logic-Manier aus einem 2-Kanal-Signal die weiteren Kanäle extrahiert und zu den analog Ausgängen geleitet werden. Dies geschieht mit derselben SRS Circle Surround-Technik. Auch das Benutzer-Interface ist mit dem von Sonica Theater identisch. Die Revolution bietet für echte “Diskret” 5.1, 6.1 oder 7.1-Wiedergabe ebenfalls lediglich einen Koaxial Digital-Ausgang und damit bleiben wiederum Verstärker ohne Decoder aussen vor. Wer einen optischen Anschluss benötigt kann den M-Audio CO2 Coaxial/Optical Konverter verwenden. Da die Karte analoge Signale auch direkt weiterleiten kann wenn die SRS option ausgeschaltet bleibt sollte es theoretisch möglich sein mit dem Software Decoder des Video LAN Client (VLC) die 6 dekodierten Kanäle via OSX Core Audio ausgeben zu können, doch bei unseren Tests hat dies nicht funktioniert.
Auch die Karte funktionierte nicht gleich mit dem mitgelieferten Treiber unter Panther. Das system konnte die Karte erst finden nachdem eine neue Treiber-Version von der Homepage installiert wurde.
Die wirklich sehr hohe Ton-Qualität der Karte nützt dann auch herzlich wenig wenn man sie in erster Linie für 5.1 DVD Playback einsetzen will. Was man von einer echten DVD-Surroundsound-Karte erwartet wären Hardware-Decoder für Dolby Digital und DTS, eher einen optischen als einen koaxialen Digital-Ausgang und ganz sicher direkte Analog-Ausgabe für echten 5.1 Surroundsound, also ohne den Umweg über SRS Circle Surround.
m-Audio Transit (vormals Sonica) (Foto)
Wer ein Gerät braucht das aus einem USB Anschluss einen digitalen optischen Audio-Anschluss macht dem ist mit Transit perfekt gedient. Das Interface ist simpel, lediglich für die analogen Anschlüsse gibt es Einstellmöglichkeiten. Ansonsten wird ganz einfach das digitale codierte Tonsignal das Apples DVD Player seit Panther ausgeben kann an den optischen Anschluss weitergeleitet den man mit einem Verstärker mit optischem Eingang und Dolby Digital Decoder verbindet. (Screenshot Transit Kontrollprogramm)
Wir hatten bei der Verwendung von Transit auf einem G4/400 Desktop Mac lediglich Performance-Problem bemerkt wenn bei laufendem DVD-Film ein anderes Audio-Programm wie iTunes gestartet wurde. Das Beenden und wieder Starten des DVDPlayers löste jeweils das Problem. Ansonsten funktionierte das Gerät problemlos. Aber bei der Verwendung mit dem iMac Flatpanel ging zuerst ausser dem Transit Kopfhörer-Ausgang unter OS X 10.3.4 gar nichts. Erst als wir mit dem PackageManager die bereits installierten Sonica Theater und Transit Treiber (inklusive FirmwareLoader.pkg) entfernten und danach erneut die neuste Treiber Version Transit 1.5.8f2 Bld101 installierten funktionierte alles wie es sollte.
Viele Käufer melden Probleme mit Abstürzen oder einen nicht funktionierenden optischen Ausgang. In einem solchen Fall kann man Transit ab OSX 10.3.3 auch mit dem Standard USB-Audio-Treiber verwenden indem man mit dem PackageManager das "M-Audio Transit USB" Paket entfernt. Es muss aber darauf geachtet werden dass FirmwareLoader.pkg installiert bleibt da Transit ohne die Firmware die jeweils von diesem Programm installiert wird nicht funktioniert. Danach können die Ein und Ausgänge per Dienstprogramme > "Audio-MIDI-Konfiguration" eingestellt werden.
Profi Audio
Viele Geräte die eigentlich für die Audio Produktion gedacht sind lassen sich auch für DVD Playback benutzen. Obwohl Professionelle und Semiprofessionelle Geräte in der Regel zu teuer sind um nur für DVD Playback gebraucht zu werden konnten wir ein paar Beispiele finden die preislich noch im Rahmen liegen. Die meisten Geräte bieten auch einen digitalen Ausgang für den Anschluss an einen Decoder/Verstärker. Viele bieten genug analoge Anschlüsse so dass man ein Boxenset anhängen kann dessen Verstärker keinen digitalen Eingang und keinen Decoder hat.
(Produktfotos, Screenshot Audio Midi Konfiguration)
Wichtig ist dabei dass das Gerät mit OSX Core Audio zusammenarbeitet, das heisst dass es per “Audio Midi Konfiguration” (im Ordner Dienstprogramme) kontrolliert werden kann, hier kann auch die Lautstärke der einzelnen Kanäle reguliert und per Testton festgestellt werden ob die Lautsprecher richtig angeschlossen sind. Zusammen mit einer Wiedergabe-Software die 5.1 Surround decodieren kann (siehe “Video LAN Client”) erhält man echtes diskret 5.1 Audio direkt auf den Verstärker ausgegeben. Solche USB Geräte wären zum Beispiel das ESI Gigaport, Terratec Phase 26 und Emagic A26, wobei das Emagic mit 375 Euro eigentlich für unseren Zweck schon zu teuer ist. Das ESI Gigaport wird sogar explizit als Surround-Playback-Gerät angeboten mit dem Hinweis dass es zur Wiedergabe von Dolby Digital und DTS geeignet sei. Das sind verwirrende Werbeslogans wie wir sie schon von der Revolution 7.1 her kennen, denn auch das Gigaport hat keinen eigenen Decoder sondern ist auf Software-Decoder von anderen Herstellern angewiesen. Ein Problem mit dem Gigaport Treiber sei noch vermerkt: Die Lautstärke lässt sich in Audio Midi Einstellungen für die einzelnen Kanäle nicht regeln, was nach einem Bug aussieht denn die anderen Geräte die via Core Audio betrieben werden bieten hier Einstellmöglichkeiten für jeden Kanal.
Ein weiteres interessantes Produkt ist die PCI Karte Phase 22 von Terratec die den Mac unter Anderem um einen koaxialen Digital-Ausgang erweitern kann und nur wenig mehr kostet als die Revolution von m-Audio, sie hat jedoch nur 2 analoge Ausgänge.
Generelle Probleme beim Playback
Bei den Tests zeigte sich öfters ein Problem mit der Ton-Verwaltung des Systems bei mehreren aktivierten Benutzern unter Panther. So konnte ein Benutzer seinen Ton in den Systemeinstellungen auf ein USB-Gerät umschalten ohne dass der Ton dann tatsächlich dahin ausgegeben wurde. Erst wenn auch der Admin-Benutzer seinen Ton dorthin umstellte wurde das Gerät tatsächlich angesteuert.
Bei der Wiedergabe ab Mac direkt an analoge Ausgänge und in Verwendung eines Lautsprechersets mit integriertem Verstärker zeigte sich öfters dass die insgesamt maximal erzielte Lautstärke nur gerade knapp ausreicht. Oft kommt man in die Situation dass man selbst in kleinsten Räumen gerne noch ein bisschen stärker aufdrehen wollte doch die Lautstärke von System und DVD Player waren bereits am Anschlag so wie auch die unseres immerhin 400 Watt starken Test-Lautsprechersets. Es zeigte sich dass dies die Schuld des DVDPlayers ist, insbesondere wenn in dessen Einstellungen die Option “Dolby DRC deaktivieren” angewählt ist. Problematisch wird es bei DVDs deren Audio mit eher niedrigem Pegel codiert wurde. Da hilft dann nur noch der Einsatz eines anderen Players wie VLC (Video LAN Client) oder Trans Lucy bei denen man eine viel höhere Lautstärke herausholen kann. Übrigens spielt auch iTunes bei Verwendung derselben Ausgabegeräte die Musik sehr viel lauter, es liegt also bestimmt nicht an der Leistung des Verstärkers.
Welche Geräte mit welchem Mac?
Wer eine reine DVD Playback-Lösung sucht die wirklich echtes 5.1 Surround bietet und nicht daran denkt in naher Zukunft auch noch zum Audio-Produzenten zu werden braucht nicht lange zu wählen: Transit von m-Audio ist für jeden Mac (ausser dem G5) die beste Wahl und auch die Günstigste. Am idealsten verbindet man Transit oder den G5 Desktop per optisch digitalem Kabel direkt mit einem Boxenset wie dem Logitech Z-680 oder Klipsch ProMedia. Problematisch wird es wenn man einen Verstärker wie den des Boxensets Teufel Concept E Magnum ansteuern will das keinen digitalen Eingang mit Decoder hat. Hier braucht es nebst Transit noch den Standalone Decoder DDTS-100 von Creative der die fehlende Funktion übernimmt. Preislich liegt man mit DDTS-100 und Concept E Magnum immer noch etwas besser als mit dem Z-680 und klanglich sowieso, nur ist das dann halt ein Gerät mehr das herumsteht.
Wer mit einem G4 Desktop-Mac seinen Verstärker per Koaxial Digital-Verbindung ansteuern kann und ausser dem DVD-Playback auch noch Audio-Produktion macht findet mit der sehr hohen Ton-Qualität der Revolution 7.1 oder Terratec Phase 22 ein passendes Produkt. Wer eine USB-Lösung braucht und nebst digital-DVD Playback auch 6 oder mehr Analog-Ausgänge für die Audio-Produktion benötigt kann wählen zwischen ESI Gigaport, Emagic a26 und Terratec Phase 26. Solange jedoch VLC noch nicht alle DVD Audio-Formate decodieren kann und zudem wegen seiner Bugs noch unbequem ist im Umgang ist die Ausgabe von DVD 5.1 Surroundsound direkt an die Analog-Ausgänge dieser Geräte noch nicht perfekt gelöst.
Lohnt sich der ganze Aufwand?
Wie effektvoll ein Heim-Theater ist hängt sehr von der richtigen Aufstellung und den verwendeten Lautsprechern und Verstärkern ab. Aber auch die besten Geräte nützen nichts wenn ein Film die Surroundsound-Möglichkeiten nicht ausnutzt. Tatsächlich bieten hier die meisten Filme erbärmlich wenig und ausser dass alle Schauspieler aus dem Center-Lautsprecher reden gibt es dann kaum Unterschiede zur üblichen Stereo-Wiedergabe. So muss man sich also erst einmal überlegen welche Art von Filmen man bevorzugt. Bei Klassikern, Western oder dialoglastigen romantischen Filmen wird man von dem Surround-System nicht viel haben. In solchen Fällen klingt ein Film aus High Fidelity-Stereolautsprechern besser als aus den heutzutage üblichen kleinen Designer-Surround-Lautsprechersets. Bei Science Fiction, Fantasy und Action-Filmen sieht es jedoch anders aus. Hier lohnt sich die Anschaffung wenn damit die Fahrzeuge und Raumschiffe spürbar vorbeizischen und einen die Umgebungsgeräusche so in den Film hineinziehen dass man glaubt das Insektenvolk habe sich in der eigenen Wohnung verschanzt.
Einen besonderen Stellenwert hat vor allem im Hollywood-Kino der Subwoofer. Bei einstürzenden Häusern, explodierenden Autos und stampfenden Riesen-Echsen lässt einem schon ein kleiner Subwoofer die Bude erzittern. Das ist immer wieder ein eindrucksvolles Erlebnis und wahrscheinlich der kostengünstigste und am meisten eingesetzte von allen Hollywood-Effekten.
Was aber selbst bei den neusten aufwendigen Produktionen negativ auffällt ist der Mangel an Plastizität in der Sprachwiedergabe. Aus produktionstechnischen Gründen, wohl wegen dem Synchronisieren in anderen Sprachen, kommen alle Stimmen immer nur platt von vorne, dabei würde gerade hier der Einsatz weiterer Lautsprecher sehr viel Realitätsnähe bringen doch in dieser Beziehung enttäuscht das Surround-Erlebnis ganz und gar.
(KASTEN)
Lautsprecher: Ein paar Empfehlungen
“CONCEPT E MAGNUM” VON TEUFEL (Foto)
Das Lautsprecherset das in unserer Testkonfiguration hauptsächlich zum Einsatz kam haben wir nicht zufällig ausgewählt. Es gilt in seiner Grössen- und Preis-Klasse als das Set mit der besten Klangqualität und stellt in dieser Beziehung selbst um einiges teurere Sets wie das Logitech Z-680 locker in den Schatten. Es bietet aber weder Decoder noch Digitale Eingänge. Unser Testexemplar hatte jedoch ein Mängel und wir hatten keine Zeit für einen Austausch: Bei Signalspitzen störte regelmässig ein Knistern in den 4 kleinen Satelliten – ein Defekt der laut Hersteller nicht üblich ist. Mit dem Einsatz hochwertigerer Polk RM101 Satellit-Speaker konnte nicht nur das Knistern beseitigt sondern die Tonqualität noch einmal deutlich verbessert werden, jedoch kosten 4 Satellit Speaker RM101 schon einiges mehr als das ganze Teufel-Set. Das Set kann nur direkt von Teufel aus Berlin bezogen werden, etwas Geduld ist dabei nötig da bei Teufel oft längere Lieferfristen bestehen und oft logistische Probleme auftreten. Die Produkte werden bei Nichtgefallen innert Frist anstandslos zurückgenommen oder ausgetauscht. 199 Euro, www.teufel.de
“Z-680” VON LOGITECH (Foto)
Das Flaggschiff von Logitech ist umfassend ausgerüstet. Alle gängigen Anschlüsse, also inklusive Digital Optisch, sind vorhanden und auch die notwendigen Decoder – das macht es für G5 Besitzer zu einem guten Kauf. Die Sound-Qualität ist gerade gut für Popmusik und Film, wer aber auch klassische Musik oder Jazz hören möchte wird sich einen besseren Klang wünschen wie ihn eher das Set von Teufel bietet. Klarer Mängel ist das starke Grundrauschen das man eigentlich bei einem THX zertifizierten Set nicht erwarten dürfte. ca. 499 Euro www.logitech.com
“PRO MEDIA GMX D-5.1” VON KLIPSCH (Foto)
Die ProMedia Serie ist mit Decoder und Digital Optischem Eingang ausgerüstet. Klanglich hat sie viel zu bieten, immerhin hat Klipsch als HiFi Lautsprecher-Hersteller viel Erfahrung. So liegt die Tonqualität deutlich über der des Z-680 und dürfte etwa an die des Concept E Magnum heranreichen. Jedoch findet sich in Deutschland nur ein offizieller Händler. 250US$ www.klipsch.com
“SOLO 100” VON VISATON (Foto)
Der Autor möchte besonders die neuste Visaton-Entwicklung Solo 100 empfehlen mit der er selber ausgezeichnete Erfahrungen gemacht hat weil sie sich für High Fidelity Stereo genausogut eignet wie für das grosse Heimkino. Wer sich für erstaunlich wenig Geld das klanglich bestmögliche Kino einrichten will das auch für High Fidelity Audio taugt und dabei etwas Eigenaufwand nicht scheut ist bei Visaton richtig. Sie bieten Lautsprecher-Bausätze in fast jeder Grösse. Will man sich handwerklich nicht selbst betätigen bekommt man die Gehäuse auch von spezialisierten Herstellern oder vom Schreiner um die Ecke. Solo 100, Solo 50 ab 526 Euro (Bausatz pro Paar) www.visaton.de
(KASTEN)
TIPS UND TRICKS
DVDPlayer: Es ist doch immer wieder ärgerlich wenn man die Tonspur nicht während des Films wechseln oder die minutenlangen Vorschauen und Werbelogos nicht überspringen kann nur weil der DVD-Produzent einen dazu zwingen will. Schade dass Apple diese Spielchen mitmacht. Stattdessen kommt nur die Meldung "derzeit nicht erlaubt" und man muss warten. Mit einem Patch kann man den DVDPlayer dazu bringen den Wunsch des Benutzers trotzdem auszuführen. DVD UOP, "User Operation Prohibition Patch” heisst die kleine Erfindung (Download unter http://xvi.rpc1.org/playerpatch.html). Die Installation geht etwas ungewohnt in einem Terminalfenster vor sich. Der patch funktioniert dann aber recht gut, bis auf die eher wenigen Fälle wo die neue Funktion wegen Mangels an Information auf einer DVD ins Leere läuft und entweder nichts bewirkt oder den Player abstürzen lässt.
Trans Lucy: Ein sehr schöner kostenpflichtiger DVD Player mit nützlicher neuer Funktionen. So kann man einen Film transparent auf dem Desktop laufen lassen während man im Hintergrund weiterarbeitet. Dieser Player spielt mit höherer Lautstärke als Apples DVD Player und ist stabiler als VLC. (http://www.cesoft.com/products/translucy.html)
VLC (Video LAN Client): Freeware, Opensource DVD Player. Spielt alle DVD-Regionen ab, auch wenn das DVD Laufwerk nicht Regionfrei gemacht wurde. Dies ist ein gewichtiger Vorteil gegenüber Apples DVD Player, ist doch das Patchen eines Laufwerks mit einem Verlust-Risiko verbunden das nicht jeder eingehen will. VLC kann DVD Audio lauter abspielen als der Apple DVD Player und besitzt zudem einen DTS-Decoder. VLC ist noch relativ unstabil. So gibt es in der vorliegenden Version 0.7.2 Abstürze bei Tonspurwechsel bei laufendem Film und Fehlverhalten beim Vorwärtsspringen zum nächsten Kapitel. Umgehen kann man das indem man den Film vor dem Tonspurwechsel pausiert und die Kapitel via Menü-Befehl ansteuert. www.videolan.org
(KASTEN)
DVD Audio Formate
DOLBY SURROUND
Das früheste “Surround” Format enthält die Informationen für Stereowiedergabe plus einem in seiner Frequenz limitierten Mono-Kanal für Lautsprecher auf der Rückseite, ist also eine 3-Kanal Wiedergabe.
DOLBY PRO LOGIC
Auch bekannt als Dolby Surround. In einem 2-Kanal Stereo-Signal sind nebst den beiden Front-Kanälen auch die Informationen für einen Mono-Surround-Kanal (Rückseite) und einen Center-Kanal enthalten. Decodiert erhält man damit 4 Kanäle, jdeoch zum Teil limitiert im Frequenzumfang.
PCM
Bietet bis zu 8 Audio-Kanäle. Das Format ist vergleichbar mit dem einer Audio-CD.
DOLBY DIGITAL 5.1
Bietet je einen separaten AC3 komprimierten Kanal für 6 Lautsprecher. 5 Kanäle sind für Center-, 2 Front- und 2- Rückseitige Lautsprecher, 1 Kanal für den Subwoofer der nur die Frequenzen bis etwa 200 Hz wiedergibt.
DOLBY DRC
In Kombination mit Dolby Digital lässt sich bei vielen Wiedergabegeräten (auch im Apple DVDPlayer) das DRC einschalten welches dafür sorgt dass ein durchgehendes Lautstärke-Niveau eingehalten wird. Extrem laute Stellen werden dann unterdrückt so dass man zum Beispiel in der Nacht nicht unerwartet die Nachbarn aufweckt.
DOLBY DIGITAL EX & DTS ES
Bei diesen Formaten wird aus den beiden Kanälen der rückseitigen Lautsprecher in einem Dolby Pro Logic ähnlichen Verfahren ein weiterer Kanal (Center-Rückseite) generiert der das Surround-Gefühl perfektionieren soll. Das von Dolby zusammen mit Lucasfilm entwickelte Format wird auch THX Surround EX genannt.
DTS
Diese Konkurrenz zu Dolby Digital ist nicht kompatibel mit Dolby Digital, bietet aber ebenfalls 6 separate Kanäle. DTS soll theoretisch bessere Audioqualität bieten als Dolby Digital da es weniger stark komprimiert ist (3.5 zu 1 anstatt 12 zu 1 bei Dolby).
DTS-ES DISCRETE 6.1
Der Center-Rückseite-Kanal ist ebenfalls als eigenständiger Kanal mit eigener Audio-Information enthalten und wird nicht wie bei Dolby Digital EX oder DTS ES aus den beiden Rückseiten-Kanälen gewonnen.
THX
Ein Zertifikat das von Lucasfilm für Geräte und Filme vergeben wird wenn sie die von Lucasfilm selbst verfassten technischen Normen erfüllen. Hier handelt es sich also nicht um ein Audio-Format sondern um eine Spezifikation.
SOUND RETRIEVAL SYSTEM [SRS]
Damit wird versucht mit nur zwei Lautsprechern ein Surroundsound-Gefühl zu vermitteln.
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